Ein mobiler Hochseilgarten zu Gast im Kirchenraum

Unter dem Namen „Zwischen Himmel und Erde“ war zwischen dem 12. September und dem 28. November 2010 ein jugendpastorales Projekt der besonderen Art in der Kirche St. Nikolaus zu Gast. In dieser Zeit war das mobile Hochseilgarten-Projekt der Katholischen Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Essen in Stoppenberg aufgebaut.

Die Projektverantwortlichen vor Ort waren der
Stadtjugendseelsorger Pawel Klos (pawel.klos@bdkj-essen.de) und die Jugendreferentin Angela Kisters (angela.kisters@kkja-bistum-essen.de).

Klettern in der Kirche, Warum?

„Zwischen Himmel und Erde“ bietet die Möglichkeit, dass unsere Kirche gerade auch anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 die Offenheit und Nähe zur jugendlichen Lebenswelt zeigt, die viele junge Menschen heute oft vermissen. Gerade jetzt erwartet die Kirche, die an der Kulturlinie 107 liegt und als einzige Jugendstilkirche des Ruhrgebiets in verschiedenen Kulturführern der Stadt erwähnt wird, viele Touristen. Während der offenen Kletterangebote, wenn die Kirche den Besuchern zur Verfügung steht, erleben die Touristen so eine ganz besondere und erlebnisreiche Art von christlichem Glauben, die in Erinnerung bleiben wird. Nebenbei ergibt sich für die Pfarrei der Vorteil, dass sie kein weiteres Personal für die Betreuung der Kirche während der Öffnungszeiten bereitstellen muss. Die Christuszentriertheit der Kirche wird nicht nur gewahrt, da der Blick nach vorne während des Aktionszeitraums zwar verändert wird, aber frei bleibt, sondern im Hochseilgarten auf besondere Weise erfahrbar. Ein besonderer Reiz wird sicher sein den Kreuzweg vom Hochseilgarten aus Aug in Aug ansehen zu können - auch für langjährige Kirchgänger. Das Himmelblau der Decke, der dunkle Boden, die braunen Bänke und der Bezug zum Bergbau bieten besondere Ausgangspunkte für Erfahrungen „Zwischen Himmel und Erde“.

Text: Stephan Hill / Angela Kisters

Eröffnungsgottesdienst am 12.9.2010

Eröffnungsgottesdienst, Foto Julia Dolff

 

Mit ca. 300 Menschen feierten wir den Eröffnungsgottesdienst, der es wirklich in sich hatte und das nicht nur weil der Stadtjugendseelsorger Pater Pawel Klos (Don Bosco Pater) ganz bewusst aus dem Hochseilgarten heraus zu den Menschen predigte. Vertreterinnen aus Duisburg überreichten uns mit schwerem Herzen das Gipfelkreuz, damit wir hier an diesem Ort den Startschuss geben können.
Pfarrer Hermann-Josef Brandt betonte zu Beginn die Chance, die sich mit dem Hochseilgarten in der Kirche St. Nikolaus ergibt und sprach seine große Freude aus. Versammelt im Namen des Herrn wurden wir dann mit dem Ausspruch konfrontiert:“Herr Kaplan, muss das denn sein? Muss das denn wirklich sein?“
– so wurde Kaplan Christoph Wichmann in der vergangenen Zeit häufig gefragt. „Muss das denn wirklich alles sein?
Nein, es muss nicht sein, aber es ist eine Chance, der wir uns nicht verschließen sollten. Die Kirche zu öffnen und alle Menschen einzuladen, gleich welchen Alters und welcher Herkunft. Sie einzuladen, Gott zu suchen und mit ihm in Berührung zu kommen -  mit Ihm und seiner Kirche. Dass Kirche sich öffnet, für alle Menschen, unabhängig von Alter und Herkunft, ist zutiefst katholisch und jesuanisch. Denn auch Jesus hat immer wieder neue und ungewöhnliche Wege gesucht, um Menschen zu begeistern.“
Auszug aus der Predigt von Pater Klos:
„Weil Gott uns sein Vertrauen jeden Tag schenkt, können wir Neues wagen. Nicht nur im Hochseilgarten gilt es: Nur wer loslässt, der wird gehalten! Im Alltag ist es oft schwer loszulassen. Ich will alles unter Kontrolle haben. Oft habe ich dafür auch gute Gründe: Ich will, dass etwas gelingt. Schon seit Jahren begleitet mich ein Satz von Don Bosco, der selber als Kind gelernt hat auf einem Seil zu tanzen, damit er den anderen Kindern und Jugendlichen von Gott erzählen und mit ihnen beten konnte. Don Bosco sagte oft: Mach, was du machen kannst, den Rest überlass Gott!“
Durch das Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ haben wir die Chance, dass Jung und Alt miteinander ins Gespräch kommen, dass wir die Botschaft Jesu unter die Menschen bringen können. Die Jugend ist die Zukunft der Kirche, doch wir brauchen beide. Nur generationenübergreifend haben wir die Chance, im Glauben miteinander auf dem Weg zu bleiben.
Wir sollten diese Chance nutzen! - Reden wir mit einander!

 

 

Bergfest am 8. Oktober 2010

Foto Sebastian Ruwe

„Einfach Abhängen zwischen Himmel und Erde“

Seit dem 12. September haben Jugendliche bereits die Möglichkeit, zwischen Himmel und Erde ganz besondere spirituelle Erfahrungen zu machen. Nun feierten die jungen Besucher das jugendpastorale Projekt mit einem großen Bergfest. Direkt im Anschluss an den letzten Schultag vor den Herbstferien begann die Party draußen mit Slackline und Kistenklettern und einem Nintendo Wii-Contest im Kirchenraum. Die Gewinne konnten direkt im Anschluss beim offenen Klettern eingesetzt werden. Während später vor der Kirchentür Schülerbands die Partygäste unterhielten, kletterten die Teilnehmer im Kirchenraum bis zur Kirchendecke und zurück.

Foto Sebastian Ruwe
Foto Sebastian Ruwe
Foto Sebastian Ruwe
Foto Sebastian Ruwe

 

  

Fotogalerie

Foto Angela Kisters
Foto Angela Kisters
Foto Friedhelm Zingler
Foto Friedhelm Zingler

Nach oben